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Aerosole - die unterschätzte Gefahr
Wie sich Viren in der Raumluft ausbreiten
Aerosole bei Virus-Übertragung unterschätzt?

Maßnahmen wie Händewaschen und Mindestabstand können helfen, eine Infektion mit dem Coronavirus zu vermeiden. Jedoch helfen sie nicht bei einer Infektion durch Aerosole in der Raumluft.

Über 230 Wissenschaftler fordern von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Risiko der Übertragunge von Sars-CoV-2 durch Aerosole endlich ernst zu nehmen.

Es gebe ein erhebliches Potenzial, in einer kurzen bis mittleren Distanz mikroskopisch kleine, mit dem Virus belastete Tröpfchen einzuatmen

Im Fachjournal “Clinical Infectious Diseases” wurde dieser Appel von mehr als 230 Wissenschaftlern veröffentlicht.

Das Coronavirus sowie andere Viren und Keime können sich über eine weitaus längere Distanz als die empfohlenen ein bis zwei Meter Mindestabstand verbreiten – besonders in geschlossenen, stickigen Räumen.
 

Häufiger lüften, UV-Lampen installieren: Die Forderungen der Wissenschaftler

Die Wissenschaftlern fordern von der WHO und den Behörden, neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu unternehmen. Dazu gehöre beispielsweise häufiger zu lüften, hochwertige Luftfilter und UV-Entkeimungsgeräte zu installieren und eine zu große Ansammlung von Menschen in Gebäuden sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verhindern.

Maßnahmen wie Händewaschen und Social Distancing sind angemessen, aber nach unserer Ansicht reichen sie nicht aus, um vor virusbelasteten Mikroatemtröpfchen zu schützen, die von infizierten Menschen ausgestoßen werden.

Gerade hinsichtlich der zunehmenden Lockerungen in vielen Ländern weltweit sei eine Aufklärung über Maßnahmen zur Verhinderung einer Übertragung durch Aerosole von erhöhter Bedeutung.

Aerosole können stundenlang in der Luft bleiben

Wenn Menschen atmen, sprechen, husten oder niesen, stoßen sie Tröpfchen aus. Gewöhnlich sind diese etwa fünf bis zehn Mikrometer groß und fallen innerhalb von ein bis zwei Metern zu Boden.

Tröpfchen, die kleiner sind, können sich stundenlang als Aerosolpartikel in der Luft halten. Mikrotröpfchen können sich nach Ansicht der Wissenschaftler in Räumen über eine Distanz von mehr als zehn Metern ausbreiten und dabei 1,5 Meter über dem Boden hängen. Verschiedene Studien haben bewiesen, dass die Übertragung über die Luft zahlreiche Infektionsfälle bei sogenannten Superspreader-Events, in geschlossenen Räumen erklären können.